Zertifizierungen

  • kbT, kontrolliert biologische Tierhaltung
  • kbA, kontrolliert biologischer Anbau (Pflanzen für Mensch-und Tier -Nahrung oder Pflanzen für Textilien)
  • GOTS (Global Organic Textile Standard)
  • C2C (cradle to cradle)
  • IVN internationaler Verband für Naturtextilien
  • Naturtextil zertifiziert Best
  • Rhabarber Leder
  • FSC
  • MSC

 

 

Biologische Tierhaltung

Mutterkuh und Kalb
Mutterkuh und Kalb

Kontrolliert Biologische Tierhaltung kbT ist ein Zertifikat, das sowohl für Tierhaltung in Fleischproduktion wie auch für Tierhaltung in Wollproduktion vergeben werden kann.

 

Die Tiere werden nach den Grundsätzen der zertifizierten biologischen Tierhaltung gehalten und gefüttert.

Bei Schafen zum Beispiel ist auch das „Mulesing“ verboten.

Mulesing ist eine äusserst schmerzhafte Prozedur:

Zitat aus peta: http://wolle.peta.de/mulesing/

„Die in Australien am häufigsten gezüchtete Rasse sind die Merinos, die darauf gezüchtet wurden, faltige Haut zu bekommen, damit die Wollausbeute pro Tier noch größer ist. Diese unnatürliche Übermenge an Wolle führt dazu, dass viele Schafe in den heißen Monaten unter der Hitze kollabieren und an Hitzschlag sterben. Außerdem sammeln sich in den Falten Feuchtigkeit und Urin. Von der Feuchtigkeit angezogen, legen Fliegen ihre Eier in den Hautfalten ab, und die ausgeschlüpften Larven können die Schafe bei lebendigem Leibe auffressen. In dem Versuch, diesen „Fliegenbefall“ zu verhindern, nehmen die australischen Rancher einen barbarischen Eingriff an den Tieren vor – das „mulesing“; dazu werden die lebenden Schafe unter Gewaltanwendung auf den Rücken geworfen und ihre Beine zwischen Metallstäben fixiert. Dann schneidet man ihnen – ohne jedes Schmerzmittel – Essteller große Fleischstücke vom Bereich rund um ihren Schwanz weg. Man will so erreichen, dass sich eine glatte, vernarbte Fläche bildet, die keine Angriffsfläche mehr für Fliegeneier bietet. Ironischerweise aber werden gerade diese großflächigen blutigen Wunden häufig von Fliegen befallen, noch bevor sie abheilen können.“

 

Peta ist eine unterstützenswerte Organisation für Tierschutz

Siehe die schlimmen Bilder übers Mulesing unter dem Stichwort Mulesing bei peta:

https://www.peta.de     

 

Wer biologisch zertifiziertes Fleisch von Nutztieren verzehrt, kann sich hier ein Bild machen, welche Verordnungen auf einem Schweizer Biohof eingehalten werden müssen:

Biologische Landwirtschaft:

„Die Tierhaltung muss möglichst vollständig in das individuelle Betriebssystem integriert werden.

Die Anzahl der Tiere pro ha landwirtschaftlicher Nutzfläche ist daher im Mittel deutlich niedriger als auf konventionellen Tierhaltungsbetrieben. Dieser systemorientierte Ansatz stellt eine angepasste Wirtschaftsdüngerversorgung sicher, vermeidet unerwünschte Umwelteffekte wie beispielsweise Nitratauswaschungen und überhöhte Stickstoff-Emissionen in die Atmosphäre.

 

 

Stickstoff, ein zentraler Nährstoff für das Pflanzenwachstum, ist im Öko-Betrieb ein knapper Faktor, da er nicht als mineralisches Düngemittel zugekauft werden darf.

Um den Stickstoff-Anteil im Boden zu erhöhen, werden Leguminosen, etwa als Grasmischungen (Klee- oder Luzernegras) oder Körnerleguminosen (Erbsen, Bohnen, Lupinen, Sojabohnen), angebaut. Diese dienen zugleich als vielseitig einsetzbare Futtermittel.“

aus: https://www.boelw.de

 

Zwingend: Bedarfsgerechte und artgemäße Fütterung mit betriebseigenem biologisch zertifiziertem Futter.

 

Die folgenden Vorschriften, die ich aus „www.bioaktuell.ch“ entnommen habe, sind interessant zu lesen. Ich habe nur vereinzelte Texte ausgesucht, denn die ganze Verordnung umfasst 285 A4 Seiten.

“ Verbotene Futtermittel und Fütterungsmethoden für alle Tiere

  • chemisch-synthetische Zusatzstoffe (Harnstoff, antimikrobielle Leistungsförderer, Enzyme, synthetische Aminosäuren usw.);
  • Tiermehl
  • Gastroabfälle
  • Mastmethoden mit Zwangsfütterung sowie die Haltung von Tieren unter Bedingungen, die zu Anämie führen können.

 

 

 

Junge Schweine in tiergerechtem Stall
Junge Schweine in tiergerechtem Stall

Siliermittel Einsatz

Als Siliermittel und bei Nachgärung im Silo sind nur die in der Betriebsmittelliste aufgeführten Siliermittel oder Salzwasserlösung mit Wasserpresse (oder Abdecken) zugelassen. Als Siliermittel sind Säuren (z. B. Luprosil), Enzyme und andere chemisch-synthetische Mittel ausdrücklich verboten. (MKA 5/2016)“

Da die Vorschriften ziemlich komplex sind, Ausnahmen und Prozentangaben vorkommen, muss ein Bio Bauer vieles lesen und lernen, und sich immer wieder überprüfen, ob der noch im erlaubten Bereich arbeitet.

Bestimmungen für Wiederkäuer

Wiederkäuer müssen mindestens 90 Prozent der Futtertrockensubstanz pro Tierkategorie in Form von frischem, siliertem oder getrocknetem Raufutter erhalten.

Wiederkäuer erhalten 100 Prozent biologisches Futter. Davon müssen gem. Art. 4.2.3.1 mindestens 90 Prozent Knospe-Qualität aufweisen. Die restlichen 10 Prozent können mit folgenden Futtermitteln, welche nach Bio- Verordnung (CH oder EU) zertifiziert sind, abgedeckt werden:

Liste der zulässigen nach Bio-Verordnung (CH oder EU) zertifizierten Futtermittel für Wiederkäuer 

  • Raufutter (gem. Art. 4.2.1.2)
  • Leinsaat
  • Dextrose
  • Melasse aus der Zuckerproduktion Früchtesirup
  • Kartoffelprotein Maiskleber
  • Bierhefe
  • Melasse 

Wenn keine Bio-Melasse verfügbar ist, dürfen Bio Suisse lizenzierte Mühlen nicht biologische Melasse als Staubbinder oder Presshilfsstoff im Rahmen von 3 Prozent (max. 1 Prozent in der Gesamtration) einsetzen.

 

Wiederkäuer müssen mindestens 90 Prozent der Futtertrockensubstanz pro Tierkategorie in Form von frischem, siliertem oder getrocknetem Raufutter erhalten.

Die Futterkomponenten müssen naturbelassen und die angewendeten Techniken der Futterbereitung möglichst naturnah und energieschonend sein. Futtermittel dürfen keine Spuren von gentechnisch veränderten Organismen oder von Folgeprodukten von gentechnisch veränderten Organismen enthalten, die anteilmässig über den gesetzlichen Limiten liegen.

 

 

 

Schaf
Schaf

 

Definition Raufutter für Bio Suisse Betriebe 

Verfüttertes Stroh und verfütterte Streue

Futter von Dauer- und Kunstwiesen frisch, siliert oder getrocknet (Herkunft Schweiz    und direkte Nachbarländer).

Ackerkulturen, bei welchen die ganze Pflanze geerntet wird: frisch, siliert oder getrocknet (Maisganzpflanen werden zum Raufutter gezählt; jedoch wird z. B. Maiskolbenschrot bereits in die Kategorie Kraftfutter eingeteilt).

Zuckerrübenschnitzel

Futterrüben unverarbeitet

Kartoffeln unverarbeitet

Abgang aus Obst-, Früchte- und Gemüseverarbeitung (Äpfel, Trauben, Karotten, Randen etc.)

Biertreber (Malztreber): Es muss ein unterschriebenes InfoXgen-Formular vorliegen (Formular kann unter www.infoXgen.com heruntergeladen werden)

Spelzen von Dinkel, Gerste, Hafer, Reis

Sojabohnen-, Kakao- und Hirseschalen

Wiederkäuer müssen mindestens 90 Prozent der Futtertrockensubstanz pro Tierkategorie in Form von frischem, siliertem oder getrocknetem Raufutter erhalten.

Die Futterkomponenten müssen naturbelassen und die angewendeten Techniken der Futterbereitung möglichst naturnah und energieschonend sein. Futtermittel dürfen keine Spuren von gentechnisch veränderten Organis- men oder von Folgeprodukten von gentechnisch veränderten Organismen enthalten, die anteilmässig über den gesetzlichen Limiten liegen. 

 

 

 

Huhn in artgerechter Umgebung
Huhn in artgerechter Umgebung

Milchfütterung bei Säugetieren

Junge Säugetiere müssen auf der Grundlage von unveränderter Milch, vorzugsweise Muttermilch, ernährt werden. Alle Säugetiere sind während eines Mindestzeitraums mit unveränderter Milch zu ernähren. Der Mindestzeitraum bemisst sich nach der Tierart.

Der Mindestzeitraum, während dem unveränderte Milch gefüttert werden muss, beträgt bei Rindern (einschliesslich Büffel- und Bison-Arten) und Tieren der Pferdegattung drei Monate, bei Schafen und Ziegen 35 Tage und bei Schweinen 42 Tage.

Milchpulver darf in dieser Zeit nur als Ergänzung eingesetzt werden. Bei Wiederkäuern ist die Gabe von Raufutter obligatorisch. Mastkälbern muss mindestens 1’000 Liter Vollmilch (unveränderte Kuhmilch) vertränkt werden. Milchersatzpulver ist nicht zugelassen.

 

Zugeführte Futtermittel 

Als Ergänzung zur betriebseigenen Futtergrundlage dürfen Futtermittel auf den Knospe-Betrieb zugeführt werden. Dabei gelten jedoch je nach Art der Futtermittel unterschiedliche Anforderungen.

 

4.2.3.1 Knospe-Futter

Die Zufuhr von Knospe-Futter ist erlaubt. Pro Tierkategorie muss mindestens 90 Prozent der Ration aus Knospe- Futter bestehen. Wird Knospe-Futter aus der Umstellung auf biologischen Landbau zugeführt, darf der Anteil an Umstellungsfutter 30 Prozent in der Ration der einzelnen Nutztierkategorien nicht übersteigen.

Im Ausland zugekauftes Knospe-Futter muss von Bio Suisse nachzertifiziert sein. Sonst wird es dem Nicht-Knospe- Futteranteil angerechnet.

Betriebe, die aus dem Ausland Futtergetreide direkt importieren, müssen ihren Bedarf an Futtergetreide mit mindestens 60 Prozent inländischem Futtergetreide decken.

 

Ab 2018 müssen 70 Prozent des Sojabedarfs mit Soja aus Europa gedeckt werden. Ab 2019 muss sämtliches Knospe-Futter aus Europa stammen. (MKA 6/2017)

 

Zugeführte Siloballen müssen mit einer Etikette mit folgenden Angaben versehen sein: Knospe-Logo, Produktbezeichnung, Name, Adresse und Bio-Betriebsnummer des Produzenten und Code der Zertifizierungsstelle.“

 

 

Unter dem Thema biologische Tierhaltung werden auch folgende Bereiche behandelt: Tierzucht, Transport, Zukauf, Schlachtviehandel und Nutzviehhandel, Alp/Sömmerung und vieles mehr.

Die ganze Verordnung regelt den biologischen Landbau generell, also auch Planzen, Schädlinge, Krankheiten, etc. etc.

 

GOTS (Global Organic Textile Standard)

GOTS Ist der weltweit führende, allumfassende Standard für Textilverarbeitung von biologischen Fasern. Die Vorschriften umfassen ökologische und soziale Standards, die die gesamte Kette vom Anbau über die Weiterverarbeitung bis zum Endprodukt betreffen.

Diese weltweit anerkannten Vorschriften garantieren dem Käufer ein Produkt, das vom Anbau bis zum Verkauf strengsten umweltverträglichen und sozialen Kriterien unterliegt.

Der Standard ist gültig für Fasern, Garne, Textilien und Kleidung. Er deckt die Produktion, Verarbeitung, Herstellung, Verpackung und Beschilderung, Export, Import und Verteilung ab.

GOTS zertifizierte Ware muss mindestens 95% zertifizierte Bio Fasern enthalten.

Dieser Standard entspricht dem bekannten Label „IVN zertifiziert Naturtextil. Der GOTS wurde vom IVN „(internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft) mit der Soil Association (SA,England), der Organic Trade Association (OTA,USA) und der Japan Organic Cotton Association (JOCA, Japan) entwickelt. 

 

 

Die wichtigsten Kriterien für GOTS:

 

So geringe Schadstoffbelastung im Endprodukt wie möglich.

Soziale Mindeststandards in allen Produktionslinien müssen erfüllt werden.

  • in allen Stadien der Verarbeitung müssen die biologisch hergestellten Produkte strikt getrennt sein von herkömmlichen Fasern und müssen klar bezeichnet werden.
  • Alle chemischen Vorgänge wie Färben, Hilfsmittel und Verarbeitungs-Chemikalien müssen auf Giftigkeit und biolog. Abbaubarkeit geprüft werden.

 

 

 

 

 

  • Verboten sind giftige Schwermetalle, Formaldehyd, aromatische Lösungsmittel, genetisch veränderte Stoffe und deren Enzyme.
  • Web-und Stricköle dürfen keine Schwermetalle enthalten
  • Bleichen muss mit Sauerstoff erfolgen und nicht mit Chlor
  • verboten sind Azo-Färbungen, die Krebs erregende Amine enthalten
  • verboten sind Druckmethoden mit aromatischen Lösungsmitteln, Phtalaten und PVC 
  • verboten sind PVC, Nickel Chrom, Plastik-Applikationen
  • Abfall und Verschmutzung auf ein Minimum reduzieren

Nasse Verfahren müssen ständig kontrolliert werden auf Chemikalien, Energie und Wasserverbrauch

Abwasserqualitätskontrollen: Abwasser muss in einer funktionierenden Abwasserkläranlage behandelt werden

Verpackungsmaterial ohne PVC

Bei allen Prozessen muss der internationle Standard der Sozialverträglichkeit eingehalten werden.

Ein Bio-Baumwolleproduzent sollte im Besitz eines GOTS Zertifikats (Global Organic Textile Standard) sein. Dies ist ein wegweisender Schritt zu Harmonisierung und Transparenz der Naturtextil-Labels und damit auch zu mehr Verbrauchersicherheit. GOTS bestimmt nicht nur die Richtlinien für kontrolliert biologischen Rohstoffanbau und umweltschonende Verarbeitung. Vielmehr setzt der GOTS auch innerhalb der gesamten Produktionskette weit reichende Sozialstandards durch. Produzenten werden durch unabhängige, transnationale Agenturen kontrolliert. Textilien, welche nach dem GOTS angeboten werden, sind durch das „Institute for Market-Tecnology“ (IMO) überprüft.

Die GOTS-Zertifizierung ist auf allen wichtigen Weltmärkten anerkannt. Die folgenden führenden Standard-Organisationen im Bereich der Biotextilien IVN (Deutschland), Soil Association (England), Organic Trade Association (US) und Japan Organic Cotton Association (JOCA) haben seit September 2006 ihre bisherigen Naturtextil-Standards harmonisiert und so den GOTS ins Leben gerufen. Der GOTS hat sich innerhalb kürzester Zeit zu dem am häufigsten nachgefragten Bio-Standard der Textil-Branche entwickelt.

C2C  (cradle to cradle)

Cradle to Cradle 

Das Produktions-Prinzip „cradle to cradle“ ist eine neue Art und Weise, Konsumgüter und alle andern vom Mensch genutzten Materialien optimal umweltfreundlich herzustellen. Dieses Prinzip entspringt einer grundlegend neuen Denkweise, welche davon ausgeht, dass es möglich sein muss, Materialien herzustellen und bei der Produktion von Konsumgütern einzusetzen, welche einerseits völlig ungiftig sind, des weiteren im Herstellungsprozess einen minimalen Energie Verbrauch aufweisen und schliesslich nach Ablauf der Lebensdauer des Produktes auch wieder optimal weiterverwendet, respektive in neue Kreisläufe eingeschleust werden können, seien diese nun biologischer oder technischer Art.

 

Dieses umweltfreundliche Prinzip wird „Cradle to cradle“ genannt, was auf Deutsch “von der Wiege zur Wiege“ heisst. Dahinter steckt die Idee, dass ein Produkt am Ende seiner Lebens -und Funktionsdauer nicht zum Abfall wird, sondern ohne Verlust wieder Ausgangspunkt für Neues ist, das problemlos daraus entstehen kann.

 

Kaisermantel Schmetterlinge
Kaisermantel oder Silbriger Perlmutterfalter Schmetterlinge

Der Chemiker und Verfahrenstechniker Prof. Michael Braungart und der Architekt William McDonough sind die Begründer dieses Prinzips.

Ihr Buch heisst

"Einfach intelligent produzieren: Cradle to cradle. Die Natur zeigt, wie wir die Dinge besser machen können. Gebrauchsanweisung für das 21. Jahrhundert."

 

Sie unterscheiden 2 Kreisläufe:

Technischer Kreislauf: die Produkte können in wenigen Handgriffen in ihre Einzelteile zerlegt werden, die wiederum als Ausgangsstoffe für neue Produkte dienen.

 

Biologischer Kreislauf: die Produkte (Textilien und anderes) sind 100% abbaubar und verursachen keine Umweltbelastung (keine Rückstände von schädlichen, umweltfremden Molekülen).

 

Die Herstellungsverfahren in beiden Kreisläufen garantieren also eine minimale Umweltbelastung. Die Ausgangsmaterialien dürfen nur umweltfreundlich sein.

 

Cradle to cradle Verfahren ist kein Recycling im herkömmlichen Sinn. Es ist weit mehr als das, denn man denkt schon bei der Produktion daran, dass während des ganzen Kreislaufprozesses keine Ressourcen verschwendet werden. Das Produkt soll entweder zurück zur Natur oder zurück zum Hersteller, der daraus (genau so wie die Natur) problemlos wieder Neues machen kann. Es gibt also keinen Abfall mehr, denn jedes einzelne Teilchen ist wertvoll.

Um dies zu ermöglichen müssen alle Produktionsverfahren und Herstellungsabläufe neu entwickelt werden.

 

Produkte, die diese Anforderungen erfüllen, erhalten das Zertifikat „cradle to cradle“.

 

 

Um zu verdeutlichen, was cradle to cradle bedeuten könnte, soll hier noch erwähnt werden, dass die Biomasse der weltweiten Ameisenbevölkerung jene der gesamten Menschenbevölkerung um ein Veilfaches übersteigt und trotzdem gibt es keine Vergiftung der Erde durch deren Anwesenheit. Dieser Vergleich hinkt natürlich, weil die Ameisen eben keine technischen Hilfsmittel entwickelten (Maschinen , Flugzeuge, Autos, Raketen, Bomben ets, etc..), , nicht eitel sind (Kleider, Kosmetika), und wahrscheinlich alle anderen Laster der Menschen auch nicht haben, die diese veranlassen, Dinge zu bauen, die äusserst umweltschädlich sind wie Massentierhaltung für Fleisch und Fellproduktion, Atomkraftwerke, Chemiefabriken, Minen, Oelbohrungen etc. etc.

IVN

IVN= Internationaler verband der Naturtextilwirtschaft

Naturleder IVN zertifiziert

 

Das Leder muss von Tieren stammen, die vorwiegend zur Fleischgewinnung gehalten werden, damit keine zusätzliche umweltbelastende Tierzucht anfällt.

Wildlebende und vom aussterben bedrohte Tierarten dürfen nicht verwendet werden.

Herstellungsverfahren:

Chem. Konservierungsmittel sind verboten. Zum Reinigen eventuell eingesetzte Tenside und waschaktive Substanzen müssen biologisch abbaubar sein.

Gerbung: es werden pflanzliche Gerbstoffe eingesetzt. Chromgerbung und Formaldehyde sind verboten.

Damit ein Leder-Produkte (Schuhe, Taschen etc) als Bio bezeichnet werden kann, sollten folgende Punkte erfüllt sein:

  • pflanzlich gegerbtes Leder
  • umweltbewusste Produktion
  • lösungsmittelfreie Kleber
  • für Schuhe gilt zudem:
  • herausnehmbare Korkfußbetten
  • Sohlen aus Naturkautschuk bzw. Leder
  • dem menschlichen Fuß angepasste Leisten
  • Zehenfreiheit
  • Atmungsaktivität
  • Leder aus umweltbewusster Produktion (echtes Leder chromfrei gegerbt, also Rhabarberleder, zudem nur Häute aus tiergerechter Haltung)

 

 

Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass Schuhe frei von jeglichen Giften sind.  Leider ist das ganz und gar nicht der Fall. So wird Leder in der herkömmlichen Produktion mit dem krebserregenden und Allergie auslösenden Chrom gegerbt.

Für Lederschuhe aus einer umweltbewussten Herstellung werden ausschließlich pflanzliche Gerbstoffeverwendet, die nicht mit Schwermetallen belastet sind. Sie sind umweltfreundlich abbaubar. Leder, das mit pflanzlichen Mitteln gegerbt wurde, ist atmungsaktiver und gesundheitsverträglicher. Ob die Häute von Bio-Tieren stammen, ist im einzelnen nicht möglich zurück zu verfolgen.

Besondere Berücksichtigung der Gesundheit bei Bio-Schuhen

Der hohe Tragekomfort bei Bio-Schuhen wird durch die besondere Berücksichtigung der Fußgesundheit erzielt. Bei der Entwicklung und Herstellung wird gezielt darauf geachtet, dass die Füße nicht eingeengt werden und die Schuhe maximalen Halt bieten.

 

Da sich in der Schuhbranche noch keine einheitliche Kontroll- und Prüfstrategie durchgesetzt hat, sollte auf Qualitätssiegel und Hinweise der Hersteller geachtet werden.

kbA (Kontrolliert biologischer Anbau)

 

bio Anbau kbA bezieht sich auf alle Pflanzen, egal ob für Textile Nutzung oder für Nahrungsmittel.

Aber gerade der Begriff 100% Baumwolle ist ein typisches Beispiel dafür, dass eine Faser, die als Naturfaser angepriesen wird, nicht automatisch umweltfreundlich ist. Solange diese Fasern nämlich nicht biologisch angebaut werden, haben sie nichts mit Natürlichkeit zu tun hat. Eine nicht biologisch angebaute und nicht ökologisch verarbeitete Faser ist für Mensch und Umwelt auf längere Sicht sogar schädlich..

Wenn also mit dem Begriff „100% Baumwolle“ für Natürlichkeit, Wohlbefinden und Gesundheit geworben wird, ist das eine Lüge, solange die Baumwolle nicht aus 100% biologischem Anbau stammt.

Der grösste Teil der weltweit erhältlichen Baumwolle wird leider auch heute noch auf konventionelle, höchst umweltschädliche Art und Weise produziert.

 

Im konventionellen Anbau werden viele Umweltsünden begangen:

Da die Baumwollpflanze sehr anspruchsvoll und äusserst anfällig ist, werden im konventionellen (herkömmlichen) Anbauverfahren grosse Mengen an Pestiziden und anderen gefährlichen Chemikalien verwendet. Dies führt zur Vergiftung des Wasser und der Landarbeiter, zum Sterben der Vögel und Fische mit katastrophalen Folgen für Mensch und Umwelt.

Das Ausgangsmaterial Baumwolle und die daraus entstehenden Textilien werden in der 3. Welt unter ökologisch und sozial äusserst schlimmen Bedingungen hergestellt.

Auf (nur) 2,5% der globalen Anbaufläche wird Baumwolle produziert und dennoch werden 11% aller Pestizide und 25% aller Insektizide weltweit auf dieser Fläche versprüht. Bei keiner anderen Pflanze werden mehr gefährliche Insektizide eingesetzt und mehr Wasser verbraucht. Ein dramatisches Beispiel für die Folgen dieser Art von Bewirtschaftung ist der Aralsee.

Das Grundwasser wird vergiftet und Ökosysteme bedroht und zerstört. Jährlich erleiden mehr als 20 Millionen Menschen Vergiftungen allein bei der Arbeit auf den Plantagen. Selbst beim Endverbraucher können durch belastete Baumwollprodukte gesundheitliche Probleme auftreten.

 

Die Alternative zu diesem herkömmlichen, schädlichen Anbau ist der biologische Anbau, egal was angebaut wird

 

Wenn der Anbau international festgelegten Kriterien entspricht und regelmässigen, strengen Kontrollen unterliegt, erhält die Baumwolle und alle anderen Produkte ein Zertifikat und dürfen als kbA Bio vermarktet werden.

 

Sowohl Produzenten wie Konsumenten von kbA Bio-Baumwolle leisten einen Beitrag zur Pflege der Erde:

Für den Anbau von kbA Biobaumwolle und allen anderen Pflanzen gilt folgendes:

 

Streifenhörnchen
Streifenhörnchen
  • keine Pestizide, keine Fungizide, keine Insektizide, keine Gentechnologie
  • kein Kunstdünger, keine Entlaubungsmittel
  • nur mechanische oder biologische Unkrautbekämpfung
  • keinerlei kritische Mittel bei Weiterverarbeitung
  • menschenwürdige Arbeitsbedingungen und fairere Handel

 

 

Naturtextil zertifiziert BEST

Naturtextil zertifiziert BEST

Dieses Qualitätszeichen genügt den höchsten Ansprüchen und übertrifft damit nochmals deutlich die Anforderungen des GOTS.

Unterschiede:

Bei diesem Zertifikat müssen die Textilien aus 100% zertifiziert ökologischen Fasern sein (bei GOTS nur mind. 90%, wovon mind. 70% aus kbA oder kbT)

Noch strengere Kriterien für Farb- und Hilfsmittel als bei GOTS.

Die Veredelung (Mercerisieren ) der Baumwolle mit Natronlauge ist verboten. Optische Aufheller sind nicht erlaubt.

Zutaten und Accessoirs:

Einlagen, Stickgarne und Bänder müssen aus Naturfasern sein. (Bei GOTS ist Viskose erlaubt).

FSC

Wald in Polen
Wald in Polen

FSC bedeutet Forest Stewardship Council  und ist eine internat. Non-profit Organisation mit dem Ziel einer nachhaltigen Forstwirtschaft.

Einheitliche Standards sollen weltweit eine umweltfreundliche, sozialverträgliche und wirtschschaftlich tragbare Bewirtschaftung der tropischen, temperierten und borealen Wälder garantieren.

Das heisst, neben Vertretern der Forstbetriebe und der holzverarbeitenden Industrie sollen auch Umweltschutz-organisationen und soziale Gruppen wie indigene Völker stimmberechtigt sein.

Der FSC soll den Machern der Politik Hilfestellung leisten, was Waldwirtschaftsgesetze und Politik anbelangt. 

 

 

 

Holz, Harz, Reisig, Beeren, Pilze können das Zertifikat erhalten. 

 

Leider zeigt sich immer wieder, dass nicht alle Bewirtschafter -Firmen, die das Zertifikat beantragt und erhalten haben, sich auch an die Standards halten, sondern die Vorschriften bewusst missachten, ohne dass sie dafür bestraft werden. Die Kontrollen sind einfach zu lasch. Wie überall ist der Profit schnell mal wichtiger als die Ideologie.

 

Besonders die Verordnung "Vermeidung von Übernutzung " wird regelmässig  umgangen.

 

FSC kann eigentlich nicht als Öko Zertifikat bezeichnet werden, aber es ist immerhin der Versuch, dem skrupel-und rücksichtslosen, auf maximalen Profit ausgerichteten Verhalten in der Holzwirtschaft Einhalt zu gebieten. 

MSC

MCS steht für Marine Stewardship Council. 

Ziel sollte ein nachhaltiger Fischfang sein, also weniger Ausbeutung, sondern geregelte Mengen, Schonzeiten, weniger Beifang etc. 

Gleich wie beim FSC für Holzwirtschaft, erhalten auch hier Unternehmen das Zertifikat, die sich nicht korrekt an die Regeln halten.

Die Meerschutz Organisation Oceancare kritisiert deshalb MSC immer wieder, weil bei gewissen Unternehmen zu viel Beifang im Netz ist wie Schildkröten, Haie, Vögel, Wale und Delphine.

Das MCSC Label wurde sogar an eine Fischerei vergeben, die nachweislich pro Jahr 35'000 gefährdete, stark bedrohte Haie tötete.

 

 

Im Fokus der Kritik stehen auch Fischereien, die nicht nur Fisch-, sondern auch Walfang betreiben. gewisse MSC-zertifizierte Betriebe in Norwegen und Island sind nämlich in den kommerziellen Walfang und Handel mit Walfleisch verwickelt, obwohl seit 1986 weltweit ein Walfangverbot besteht.

Oceancare stellt also zu Recht Fischereien an den Pranger,  die das MSC Label erhalten haben und trotzdem gegen ein international geltendes Abkommen zum Erhalt von Meerestieren verstossen.

Kritisiert wird auch, dass jeder Fisch -auch wenn er mit einem MSC Label gefangen wurde - einen qualvollen Erstickungstod erleidet.

 

Alternative, um dem Drama auf den Meeren etwas entgegen zu stellen: keine Meerfische mehr essen. Lassen wir diese Mahlzeit den Menschen, die am Meer zu hause sind. Für uns hat es Fluss-und Seefische. 

Noch besser: Fischkonsum eindämmen oder ganz verzichten und Veganer/in werden.