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Der Quinoa-Boom und seine Schattenseite

Das Zentrum des tradtionellen Quinoa-Anbaus befand sich ursprünglich in der Kleinstadt Challapata in Bolivien.

Kaum erkannte die westliche Gesundheitsbewegung den Wert dieser nährstoffreichen und Gluten freien Pflanze aus der Familie der Fuchsschanzgewächses, auch Inkakorn genannt, sprang die weltweite Nachfrage steil nach oben. Innerhalb einiger Jahre vervielfachte sich die Jahres-Produktion von

60 000 Tonnen auf über 250 000 Tonnen. 

 

 

 

 

Das hippe Kultprodukt kommt nicht nur in allen Variationen von Morgens bis Abends auf den Teller, sondern fand seinen Weg auch ins Bier, Shampoos und andere Produkte.

 

Welche Auswirkungen hatte das auf die bolivianischen Bauern?

Die steigende Nachfrage liess die Preise und die Anzahl Arbeitsplätze steigen. Die Freude über den Boom war gross. Aber die Erfolge blieben bei der Konkurrenz nicht unbemerkt.

 

Um den Anbau von Quinoa auch in anderen Weltregionen zu ermöglichen, veränderte man das Saatgut.

 

Peru gelang es, den Anbau sogar industriell abzuwickeln und damit den Bolivianern die Marktführung streitig zu machen.

Aber leider gefährdet die neue Methode, der sich immer mehr Bauern zuwenden, das empfindliche Ökosystem des kargen Hochlandes. Denn um im Konkurrenzkampf mitzuhalten, werden die Fruchtfolgen nicht mehr eingehaltenen.

In den USA, China, Indien, ja sogar in der Schweiz und Deutschland baut man mittlerweile Quinoa an.

 

Diese neue globale Konkurrenz machte den Bolivianischen Bauern schwer zu schaffen.

Der Preiszerfall war nicht mehr aufzuhalten.

Viele Bauern haben bereits aufgegeben.

Die goldenen Zeiten scheinen vorüber zu sein. Die Zustände gehen nicht zurück auf das , was früher war, sondern werden schlimmer. Die grossen Veränderungen haben den lokalen Markt teilweise zerstört. Viele sehen sich gezwungen in die Stadt abzuwandern, denn ihre traditionelle Lebensgrundlage wurde stark angegriffen.

Der Welterfolg des Quinoa fand auf Kosten der boliv. Anden-Bauern statt, denn dort kam damit das ökologische Gleichgewicht und die Ernährungssicherheit in Schieflage.

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